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Isar-Anzeiger, 23. August 2002
Sommerlager der Karate Jugend
Die Wetterfee sollte Recht behalten mit ihrer Vorhersage für das vergangene Wochenende.
Zwar hat es am Samstag Morgen bei der Abfahrt zum Staffelsee noch leicht genieselt und
auf der Autobahn sogar geregnet, dennoch haben wir am gleichen Tag noch einen kräftigen
Sonnenbrand bekommen - trotz Sonnencreme.
Acht junge Karateka des TSV Grünwald sind - nach fünf Jahren wetterbedingter Pause - zum
zweiten Mal in der Abteilungsgeschichte ins Sommerlager gefahren. Unser Ziel war der
Campingplatz Aichalehof in Uffing am Staffelsee, eine gute Autostunde von Grünwald
entfernt.
Der Platz lädt mit seiner grossen Wiese geradezu zum trainieren und Spass haben ein. Auf
unserem Programm standen zwei Trainingseinheiten auf der Campingwiese. Bei jedem Training
zogen wir die Blicke zahlreicher Zuschauer auf uns. Die Reaktionen gingen von
neugierig-interessiert zuschauend bis zu Soll-ich-da-jetzt-hinschauen-oder-nicht?
Gestört hat uns jedoch keiner, im Gegenteil: Auch wir freuen uns über Publikum und
Interesse.
In der ersten Einheit am Samstag übten wir unter Alex' wachsamen Augen Karate, und zwar
die Anwendung der ersten Kata Heian Shodan. Eine Kata besteht aus einer genau festgelegten
Folge von Techniken. Anwendung heißt, dass wir die Bedeutung und Wirkung der Techniken
genauer untersuchen und am Partner üben - völlig kontakt- und schmerzlos natürlich.
In der zweiten Einheit am Sonntag stand Bo-Training auf dem Programm. Der Bo ist ein ca.
180 cm langer Holzstock, mit welchem man sich vor allem gegen bewaffnete Gegner effektiv
wehren kann. Dies sind z.B. mit Schwerten bewaffnete Samurai oder andere Bo-Kämpfer
natürlich. Da wir mit dem Bo noch nicht so lange trainieren hat Clemens zuerst einige
Schwünge mit uns geübt. Dann ein paar Techniken, die wir im nächsten Schritt am Partner
üben konnten. Schließlich haben wir die Kata Ten Ryu no Kon geübt, die wir auf unserem
Lehrgang im April gelernt haben.
Nach jedem Training war Baden angesagt um den Schweiss abzuwaschen. Der Staffelsee ist
zwar ein halber Moorsee, dennoch war das Wasser recht frisch. Einige brauchten deshalb
eine Extra-Einladung in Form einer (un)freiwilligen Dusche. Schliesslich haben sich
aber doch alle überwunden und sind ins kühle Nass getaucht.
Zwischen den Trainingseinheiten und dem Baden war reichlich Zeit für andere Spiele.
Frisbees, Federballschläger und einen Volleyball hatten wir mitgebracht. Doch das
Highlight waren die beiden Japanisch-Stunden von Maxi. Am Samstag gab es zuerst ein
bisschen Grundkonversation: Begrüssung für die verschiedenen Tageszeiten, auf japanisch
zählen, jemandem etwas anbieten und sich dafür bedanken. Für uns sollten jetzt ohayoo
gozaimasu, doomo arigatoo und doo itashimashite keine Schwierigkeit mehr bedeuten.
In der zweiten Stunde zeigte uns Maxi dann, wie man Karate Do, Japan, Deutschland und
seinen eigenen Namen auf Japanisch schreiben kann. Zum Abschluss gab es dann noch eine
Einführung in die kuturellen Unterschiede der beiden Länder - hier blieb kein Auge
trocken.
Ein guter Karateka muss auch gut Essen, denn ohne Mampf kein Kampf. Jedenfalls waren
die Suppe, das Grillgut und die Nudeln im Nu verschlungen - und jeder war satt.
Da auch das schönste Erlebnis sein Ende finden muss, fuhren wir am Sonntag Abend müde
aber zufrieden nach Grünwald zurück. Wir sind uns alle einig: Nächstes Jahr wieder!
Vielleicht ist dann auch der ein- oder andere neu dabei. Wir würden uns jedenfalls
sehr freuen, im Oktober bei unserem nächsten Anfängerkurs einige neue Gesichter
zu sehen.
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